Schwerpunkte

Diagnostik und Behandlung

Klinische Psychologie

Die Klinische Psychologie ist ein Teilgebiet der angewandten Psychologie und erforscht die biologischen, verhaltensbezogenen, kognitiven, emotionalen und sozialen Grundlagen psychischer Erkrankungen. Studien zufolge erkrankt weltweit ca. 1/3 der Allgemeinbevölkerung zumindest einmal im Laufe des Lebens an einer psychischen Erkrankung [1]. Häufige Erkrankungen betreffen dabei unterschiedliche Formen von Angsterkrankungen (wie die Panikstörung, die Agoraphobie, die soziale Phobie, die generalisierte Angststörung oder spezifische Phobien), affektive und depressive Störungen (die unterschiedlichen Formen reichen von übermäßig gesteigerter Stimmung bis hin zu schwer gedrückter Stimmung), Abhängigkeiten/Sucht (z.B. Alkohol, Tabak, illegale Drogen, Medikamente, Glücksspiel), Zwangsstörungen (z.B. Zwangsrituale wie Waschzwang, Zwangsgedanken oder Grübelzwang), schwere Belastungsreaktionen (nach traumatischen Ereignissen wie einem Unfall, Naturkatastrophen, bei Missbrauch), Essstörungen (z.B. Magersucht, Essanfälle, Erbrechen, übermäßiger Gebrauch von Abführmitteln), Persönlichkeitsstörungen (z.B. Borderline-Typus) oder auch unterschiedliche Arten von Demenzen (z.B. Alzheimer-Demenz, nach Schlaganfällen, bei Parkinson oder Multipler Sklerose). Als Klinischer Psychologe beschäftige ich mich nicht nur mit der ausführlichen Diagnostik psychischer Erkrankungen oder Beeinträchtigungen, sondern auch mit deren Behandlung.

Klinisch-psychologische Diagnostik

Klinisch-psychologische Diagnostik und Behandlung In der klinisch-psychologischen Diagnostik werden verschiedene Strategien eingesetzt, um relevante Informationen von einer betreffenden Person auf systematische Art und Weise zu sammeln. Dazu zählt das explorative Gespräch, strukturierte Interviews sowie wissenschaftlich geprüfte psychologische Testverfahren. All diese Informationen helfen dabei, eine eventuelle psychische Erkrankung oder Beeinträchtigung einzugrenzen und mögliche Ursachen für die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Störung zugänglich zu machen. Dadurch wird es auch möglich, die Behandlungsmaßnahmen gezielt auf die konkreten ursächlichen Faktoren abzustimmen. In meiner Praxis kommt das Wiener Testsystem (WTS 8) sowie das Hogrefe Testsystem (HTS 5) zum Einsatz, wodurch eine Vielzahl an Fragestellungen bearbeitet werden können. Diese betreffen sowohl Persönlichkeits- und Intelligenztests als auch neuropsychologische Verfahren zur Erfassung von kognitiven Beeinträchtigungen wie sie beispielsweise bei verschiedenen Formen der Demenz, nach einem Schlaganfall oder bei ADHS auftreten können. Die häufigsten Bereiche sind:

  • Intelligenz und Persönlichkeit
  • Ressourcen, Emotions- und Stressverarbeitung
  • Ausmaß und Schwere psychischer Erkrankungen
  • Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Lernen und Gedächtnis
  • Planen und Problemlösen

Klinisch-psychologische Behandlung

Auf Basis der klinisch-psychologischen Diagnostik ergibt sich häufig die Notwendigkeit einer weiterführenden klinisch-psychologischen Behandlung. Die Maßnahmen setzen dabei konkret an der diagnostizierten Erkrankung oder Beeinträchtigung an und folgen einem methodenübergreifenden Vorgehen. Damit ist gemeint, dass eine Vielzahl an unterschiedlichen wissenschaftlich geprüften Interventionsformen zum Einsatz kommen können. Die Auswahl der jeweiligen Behandlungsmethode orientiert sich dabei einerseits an der wissenschaftlichen Evidenz und andererseits an den Stärken und Schwächen der betroffenen Person. Beispiele für klinisch-psychologische Behandlungsansätze sind:

  • Analyse der eigenen Verhaltensweisen mit Hilfe verhaltenstherapeutischer Techniken
  • Modifikation automatischer Denkmuster und Überzeugungen mit Hilfe kognitiver Techniken
  • Exploration des emotionalen Erlebens durch Techniken der Emotionsfokussierten Therapie
  • Training kognitiver Fähigkeiten
  • Achtsamkeitstraining sowie Biofeedback

Gesundheitspsychologie

Der Tätigkeitsbereich der Gesundheitspsychologie umfasst die Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung der psychischen, sozialen und körperlichen Gesundheit. Im Gegensatz zur Klinischen Psychologie geht es bei der Gesundheitspsychologie weniger um die Behandlung von psychischen Erkrankungen, sondern um die Vorbeugung von Krankheiten sowie die Förderung und Aufrechterhaltung der Gesundheit. Im Mittelpunkt stehen dabei Interventionen zur Aktivierung nützlicher Fähigkeiten und persönlicher Ressourcen (wie z.B. Entspannungsfähigkeit). Auf der anderen Seite wird auch daran gearbeitet, gesundheitsschädliche Verhaltensweisen (z.B. ungesunde Ernährung, Tabakkonsum, Alkohol) zu reduzieren. Häufige gesundheitspsychologische Maßnahmen betreffen vor allem die Bereiche Stressverarbeitung und Gesundheitsverhalten.

Stressverarbeitung

Gesundheitspsychologie: Wechseln der Perspektive Stress ist allgegegenwärtig. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Ziel soll sein, die Anzeichen von Stress frühzeitig wahrzunehmen und mögliche negative Auswirkungen auf den Körper und die Psyche abzuwenden. Folgende Interventionen kommen dabei zum Einsatz:

  • Stressmanagement
  • Neubewertung stressauslösender Situationen
  • Achtsamkeitstraining und das Erlernen von Entspannungstechniken
  • Training mittels Biofeedback

Gesundheitsverhalten

Ein gesundheitsförderlicher Lebensstil stellt eine wichtige Basis für unser psychisches und körperliches Wohlbefinden dar. So manche Verhaltensweisen haben sich über Jahre oder Jahrzehnte entwickelt und sind daher besonders schwer zu verändern. Typische gesundheitspsychologische Interventionen sind:

  • Rauchstopp und Tabakentwöhnung
  • Reduktion übermäßigen Alkoholkonsums
  • Strategien für einen gesunden Schlaf

Biofeedback

Biofeedbacktraining Mayerl Psychologe Graz Biofeedback ist eine etablierte Methode, um automatisch ablaufende körperliche Prozesse zugänglich zu machen. Mit Hilfe von Sensoren werden physiologische Parameter (z.B. Herzfrequenz oder Muskelanspannung) gemessen und auf einem Bildschirm rückgemeldet. Dadurch wird es möglich, aus dem Gleichgewicht geratene Körperfunktionen zu identifizieren und durch gezieltes Training zu verändern. Zum Beispiel führen belastende Situationen häufig zu einer Anspannung im Nackenbereich oder Veränderungen in der Atmung (z.B. Überatmen, Luft anhalten). Solche automatischen Reaktionen können ermittelt und mit Hilfe bestimmter Techniken kontrolliert werden. Biofeedback hat keine speziellen Risiken oder Nebenwirkungen, es erfordert jedoch etwas Übung.

Körperliches Stressprofil

Zu Beginn wird ein psychophysiologisches Stressprofil erstellt. Dabei werden folgende physiologische Parameter erfasst:

  • Muskelaktivität/-anspannung (z.B. im Nacken und/oder an der Stirn)
  • Atemfrequenz, Atemtiefe und Atemmuster
  • Puls und relativer Blutfluss (Frequenz, Amplitude, Herzratenvariabilität)
  • Hautleitwert
  • Periphere Körpertemperatur

Diese Parameter werden sowohl in einer Ruhephase als auch während sowie nach einer Stressphase (ausgelöst z.B. durch eine Konzentrationsaufgabe) gemessen. Dadurch kann überprüft werden, wie Ihr Nervensystem auf bestimmte Reize reagiert und wie schnell Sie sich davon wieder erholen. Jeder Mensch zeigt dabei ein sehr individuelles Stressmuster (siehe Abbildung).

Stressprofil Biofeedback

Biofeedbacktraining

Auf Basis des Stressprofils werden dann maßgeschneiderte Behandlungspläne erstellt. Die betroffene Person lernt, die eigentlich automatisch ablaufenden Prozesse zu kontrollieren. Biofeedback kann bei unterschiedlichsten Fragestellungen eingesetzt werden. Häufige und gut erforschte Einsatzbereiche sind:

  • Chronische Verspannungen oder Schmerzen
  • Spannungskopfschmerz
  • Stressbedingte Störungen (z.B. Burnout, Schlafstörungen)
  • Angst- und Panikstörungen
  • Depressive Erkrankungen
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Bluthochdruck, Morbus Raynaud, Reizdarmsyndrom

Eignungsgutachten und Supervision für Fachauszubildende der Klinischen und Gesundheitspsychologie

Ausbildung Klinische Psychologie: Gutachten und Supervision

Für Fachauszubildende der Klinischen und Gesundheitspsychologie biete ich zusätzlich sowohl klinisch-psychologische Gutachten zur psychischen Eignung als auch begleitende Fallsupervision (im Einzelsetting) an.

  • Klinisch-psychologisches Gutachten zur psychischen Eignung
    Laut § 7 Abs. 1 Z 3 des Psychologengesetzes 2013 gilt als eine der Voraussetzungen für die Zulassung zur postgraduellen Ausbildung (sowohl für die Klinische als auch für die Gesundheitspsychologie), dass die psychische Eignung auf Grundlage eines klinisch-psychologischen oder eines fachärztlich psychiatrischen Gutachtens bestätigt wird. Die Diagnostik in meiner Praxis beinhaltet ein strukturiertes Interview, verschiedene psychologische Tests (teilweise zum online ausfüllen) sowie eine Ergebnisbesprechung. Sie sollten dafür ca. 2–3 Einheiten (à 45 Minuten) einplanen. Die Fertigstellung des Gutachtens dauert mindestens 1–2 Wochen, bitte berücksichtigen Sie dies auch in Ihrer zeitlichen Planung. Die Kosten für das Gutachten belaufen sich pauschal auf 250,00€ (Stand: April 2020; ohne Gewähr). Bei Interesse bitte ich um Kontaktaufnahme per Mail oder Telefon.
  • Fallsupervision im Einzelsetting
    Laut § 15 Abs. 1 Z 2 des Psychologengesetzes 2013 müssen Fachauszubildende der Gesundheitspsychologie eine begleitende Fallsupervision in der Gesamtdauer von zumindest 100 Einheiten (à 45 Minuten) absolvieren, wovon zumindest 30 Einheiten im Einzelsetting stattzufinden haben. Für die Klinische Psychologie beträgt das Gesamtausmaß 120 Einheiten (à 45 Minuten) mit verpflichtenden 40 Einheiten im Einzelsetting (§ 24 Abs. 1 Z 2 PG 2013). Diese Einzelsupervision können Sie gerne bei mir in meiner Praxis absolvieren. Mit dem Wissen, dass die gesamten Ausbildungsinhalte mittlerweile ziemlich zeit- und kostenintensiv sind, biete ich die Einzelsupervision zu einem ermäßigten Preis von 55,00€ pro Einheit (à 45 Minuten) an, wobei eine Doppeleinheit mit 100,00€ (à 90 Minuten) verrechnet wird (Stand: April 2020; ohne Gewähr). Termine für die Einzelsupervision können Sie schnell und unkompliziert über das Online-Portal auswählen und buchen. Sollten Sie vorab Fragen haben, zögern Sie nicht, mich anzurufen oder mir ein E-Mail zu schicken.